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Herstellung einer Zahnkrone

In diesem Abschnitt können Sie erstmals hinter die Kulissen der Zahntechnik blicken. Damit unsere Kunden wissen wie ihre Zahnkronen entstehen zeigen wir hier einen einfachen Überblick über die 5 Schritte der Herstellung.

herstellung ablauf

Schritt 1

Als erstes wird der Gipsstumpf isoliert. So kann das nachfolgend beschriebene Wax-up (aufgewachste Krone) leichter vom Gipsstumpf abgelöst werden. Mit Spezialwachs wird die Zahnform auf den Gipsstumpf aufmodelliert. Damit das Wachs geformt werden kann, erwärmt der Zahntechniker die Metallspitze seines Werkzeugs, immer wieder in einem Induktionsgerät. Dieses Wax-up entspricht in seiner Form schon ziemlich genau der späteren Vollkeramikkrone. Da der Gipsstumpf zu Beginn isoliert wurde, lässt sich das Wax-up nun gut entfernen, ohne auseinander zu brechen. Mit einem speziellen Messgerät wird die Schichtstärke überprüft. Eine gleichmässige Schichtstärke von mindestens 0,8mm ist nötig, damit die spätere Vollkeramikkrone nicht bricht. Auf der Muffelbasis wird ein zirka 3 mm dicker Wachsdraht aufgesetzt. Leicht seitlich versetzt wird nun das Wax-up am Wachsdraht befestigt. Dieser Wachsdraht dient später als Eingusskanal für die Keramik. Über die Muffelbasis wird ein Silikonrohr gestülpt, welches der Muffelbasis eng anliegt. Eine spezielle Einbettmasse auf Gipsbasis wird bereitgestellt. Dabei werden in einem ersten Schritt 20ml Anmischflüssigkeit zugegeben. In einem zweiten Schritt wird 5ml destilliertes Wasser zugegeben. Durch das Verhältnis von Anmischflüssigkeit zu destilliertem Wasser kann die Expansion (Ausdehnung) der Einbettmasse gesteuert werden. Diese Expansion wiederum nimmt direkten Einfluss auf die spätere Passgenauigkeit der Krone. Als dritte Komponente wird die eigentliche Einbettmasse in pulverform beigegeben. Die Einbettmasse wird nun von Hand vorgemischt.

Schritt 2

Ab jetzt läuft die Verarbeitungszeit die nun genau eingehalten werden muss. Die vom Hersteller angegebenen Parameter wie Umdrehungsgeschwindigkeit, Vakuum und Zeitdauer müssen genauestens eingehalten werden. Fehler beim Anmischverhältnis oder bei Vakuum und Mischdauer führen unweigerlich zu schlechter Passgenauigkeit. Die Einbettmasse muss blasenfrei eingebracht werden. Das Wax-up wird vollständig von der Einbettmasse zugedeckt. Die Einbettmasse muss nun aushärten. Die Ruhezeit variiert je nach Hersteller. Sämtliche einzuhaltenden Parameter sind auf der Verpackung vermerkt. Nach der Ruhezeit werden das Silikonrohr und die Muffelbasis entfernt. Die Einbettmasse kommt für 50 Minuten in einen auf 850° Celsius vorgeheizten Brennofen. Das Wax-up und der Wachsdraht werden infolge der Hitze flüssig und verbrennen rückstandslos. Zurück bleibt ein Hohlraum, der in der Ausdehnung dem verbrannten Wax-up entspricht. Parallel dazu wird ein Keramik-Brennofen aufgeheizt. Ein Signal Ton meldet das Erreichen der Zieltemperatur.

Schritt 3

Keramik-Rohlinge (Keramik-Pellet) gibt es in verschiedenen Zahnfarben und Opazitäten. Anhand der in der Praxis bestimmten Zahnfarbe wird nun der entsprechende Rohling ausgewählt.Die Einbettmasse wird aus dem 850° Celsius heissen Ofen entfernt. Der Keramik-Rohling wird durch die Öffnung der Gussform geschoben. Darüber wird ein Pressstempel platziert.Unter Vakuum, Hitze und Druck wird das Keramik-Pellet in eine zähflüssige Masse verwandelt. Der Druck sorgt dafür, dass die Keramikmasse durch den Eingusskanal (ehemaliger Wachsdraht) in den Hohlraum fliesst und sich gleichmässig verteilt. Mit einer Trennschleifer wird die Gussform eingeschnitten. Mit Gefühl wird die Gussform halbiert und aufgebrochen.Mit einem Sandstrahlgerät wird die Krone von der restlichen Gussform befreit.

Schritt 4

Mit dem Mikroskop wird der Rand der Krone überprüft, und wo nötig, zurückgetrimmt. Risse in der Keramik werden so ebenfalls festgestellt. Besteht die Krone diese Qualitätskontrolle nicht, so wird sie entsorgt. Es werden keine Kronen ausgeliefert, die diese Qualitätskontrolle nicht bestehen. Alle bis jetzt gezeigten Schritte brauchen viel Übung und exaktes Arbeiten. In der Schicht- und Maltechnik aber erkennt man die Kunstfertigkeit eines Zahntechnikers. Erst durch diese individuelle Charakterisierung wird einem leblosen Keramikstück Leben eingehaucht.

Schritt 5

Die Farbechtheit der Krone, sowie die Zahnform werden im Mund des Kunden kontrolliert. Dies geschieht nicht in der Zahnarztpraxis, sondern beim Zahntechniker. Für eine perfekte Anpassung der Krone an die übrigen Zähne ist dieser Zwischenschritt unerlässlich. Leichte Farbkorrekturen, die erst durch die Anprobe erkannt werden, müssen jetzt noch korrigiert werden. Diese Korrektur wird nicht mehr mit der Schichttechnik durchgeführt, sondern mit Bemalen. Die aufgebrachten Farben werden durch Erhitzen eingebrannt. Die Vollkeramikkrone ist in Bezug auf Ästhetik und Passgenauigkeit unerreicht.